Das Letzte

Im heutigen Spiegel, kann man sich in einem Interview, gegeben von einem Karsten Schröder, ein Bild der grenzenlosen Unverschämtheit der so genannten Hedgefondsmanager machen, (Herr Karsten Schröder gehört nach eigenen Angaben nicht dazu) die jene Krise, die den europäischen Kontinent in den letzten Jahren so schüttelt, dass er politisch und finanziell auseinanderzufallen droht, verursacht haben und durch ihre Politik die Situation weiter zu ihrem Vorteil ausnutzen, zum Vorteil ihrer immer gieriger werdenden Klientel.
Es ist bezeichnend und interessant, mit welcher Kaltschnäuzigkeit hier über die Zukunft südeuropäischer Länder gefaselt wird, mit dem lapidaren Hinweis: “sind die doch selber schuld daran, haben eben schlecht gewirtschaftet, zu viel ausgegeben und keinen Grund, sich über einen Zinssatz von bis zu 7 % bei der Beschaffung neuen Kapitals zu beschweren”. Der Mann fragt , und ich zitiere:”… oder würden sie Griechenland Geld zu 3 % Zinsen verleihen…” Die schlichte Frage hier ist doch, warum nicht? Der Gewinn für die Anleger verändert sich doch nicht, ob sie nun Deutschland Geld zu einem Zinssatz von 3 % leihen oder den Griechen oder den Spaniern. Ebenso unklar bleibt dem Leser dieses Interviews, warum bereits fünf Antworten später Herr Schröder indirekt die Sparpolitik, die von den involvierten Wirtschaftspolitikern versucht wird, kritisiert und noch höhere Ausgaben dieser Länder zur Ankurbelung der jeweiligen Wirtschaft fordert. Er sagt uns nicht, wo dieses Geld herkommen soll, aber die Vermutung drängt sich auf: Von den gleichen Investoren, die vermutlich die Zins- Daumenschrauben weiter anziehen würden, um noch größere unanständigere Profite zu erzielen. Wie er so schön sagt: “ich bin als Hedgefondsmanager meinen Investoren schuldig, die höchste Rendite zu erzielen”.
Was uns dieses Interview sehr schön zeigt, ist wohl die Tatsache, dass diese Krise weder von den kleinen Hausbesitzern, die jene nicht abgesicherte Hypotheken erhielten, noch von Ländern wie Griechenland, Portugal , Irland oder Spanien verursacht wurde, sondern vielmehr durch die maßlose Gier jener, sich hinter dem Wort “Investoren” versteckenden Geld und Ressourcen hortender Weltbrandstifter. Der normaldenkende Mensch darf zurecht zweifeln, dass ein Ende dieser mittlerweile die ganze Welt erfassenden und offensichtlich vernichtend wirkender Krankheit eines Systems , dass auch schon vergangene Kulturen ausgelöscht hat, in Sicht ist. Ja, es darf bezweifelt werden, ob es überhaupt im Interesse jener global so schädlich wirkender Kreise ist, diese Krise zu überwinden. Mögen ganze Länder verelenden, ganze Generationen dahinvegetieren oder gar vernichtet werden, solange noch aus dem, was übrig bleibt Geld zu pressen ist, so lange wird es diese gesellschaftlich so schädlichen Kreise geben. Denn auch das ist wohl eine der kapitalistischen Weisheiten: Am Untergang einer Gesellschaft lässt sich blendend verdienen.