Die Beweger

Ich habe mir vorgestern zu später Stunde die „Diskussion“ zur Präsidentschaftswahl in Amerika angesehen. Im Zusammenhang mit unserer lebhaften Diskussion zum Buch „Das schwarze Reich“, fiel mir auf, das die Macht bzw. die zu erringende Macht dieser beiden Männer ganz und gar von den Medien abzuhängen scheint.
In unserer Diskussion über „Das schwarze Reich“ geht es ja um eine sinistre, geheimnisvolle, möglicherweise okkulte Geheimgesellschaft, der es um ein ganz bestimmtes zu erreichendes Ziel geht, das Erreichen der Neuen Welt Ordnung. Bei der Betrachtung, der Beurteilung und der Planung der Zukunft haben allerlei Wissenschaftler und andere intelligente Leute immer wieder versucht, Sicherungsmechanismen in die Gesellschaften zu pflanzen, um eventuelle Diktaturen und Tyranneien zu verhindern. Offenbar ist niemandem jemals eingefallen, dass sich eine solche Diktatur durchaus aus dem zur Sicherung freiheitlich demokratischer Gesellschaften besonders geschützten Mittel der Pressefreiheit bilden kann. Da saßen vorgestern abend der mächtigste Mann der Welt und der, der es werden will, an einem Tisch und droschen Phrasen, die ihnen von den Sendeanstalten in die Manuskripte geschrieben worden waren. Und es hat den Anschein, das es den Machern dieser Sendung, sowie vieler anderer Sendungen, keineswegs um eine demokratisch gewählte Person an der obersten Schaltzentrale geht, sondern in erster Linie um den Einfluss auf die gleiche und den damit verbundenen Profit. Schaut man sich die wirtschaftlichen Verflechtungen der Medienimperien an, kann einem schon mal der letzte Schluck Kaffee im Hals stecken bleiben, vor allem dann, wenn man das im Kontext mit dem Begriff „Neue Weltordnung“ sieht. Da scheint sie schon durch, die neue Ordnung, der wir uns ganz freiwillig und ganz ohne Zwangsmittel, ja offensichtlich, gerne unterwerfen. Denn die vorweg gesendeten Ankündigungen, die übrigens eher an einen spektakulären Gladiatorenkampf im antiken Rom denken ließen, als eine Diskussion bei der es um die Erringung eines politischen Mandats ging, hätten doch aufhorchen lassen müssen. Aber niemand möchte die Funktion der Medien kritisierten, geschweige denn in Frage stellen. Das wäre zweifelsohne das Sakrileg schlechthin, denn sind es nicht zuletzt die Medien, die die Freiheit, die Demokratie und damit unsere westlichen Gesellschaften schützen sollen?
Kommen wir zurück zu den beiden Männern da an diesem Tisch, ihren politischen Aussagen, ihren leeren Worthülsen und ihren persönlichen Eitelkeiten, auf Sparflamme gehalten durch einen alten, womöglich erfahrenen aber dennoch aufgeregt wirkenden Journalisten. Alle beide hätten die Chance gehabt, klaren Tisch zu machen, aufzuräumen und zu sagen, was sie wirklich bewegt, was sie wirklich gerne ändern würden oder schlicht und einfach um was es ihnen geht, wenn sie Präsident sind bzw. wieder sind. Aber sie spielten ihre Rolle, wie sie ihnen vorgegeben war, ebenso trainiert wie Schauspieler, vielleicht besser. Das Stück hätte eine Komödie sein können, oder besser eine Persiflage auf Demokratie schlechthin, wäre da nicht dieser dramatische Fakt, dass es um das Schicksal nicht nur westlicher Demokratien geht, ja um das Schicksal unseres Planeten, der, unter dieser neuen Weltordnung offensichtlich einen neuen Weg einschlagen wird. Ob dieser Weg ein guter Weg sein wird, müssen wahrscheinlich spätere Generationen und Geschichtswissenschaftler beurteilen. Es bleibt zu hoffen, dass sie dabei die Beweger, die Verursacher dieser neuen Weltordnung nicht vergessen zu erwähnen.