Ein Appell für mehr Sachlichkeit:

Da mahnt der Neef mehr Sachlichkeit an, nachdem er am Montag einen Artikel rausgehauen hat der in Punkto Sachlichkeit vermutlich so viel bietet, wie ein rosa Ballet Schuh am Fuß von Mike Tyson. Bereits in den ersten Sätzen kommt er wie dazumal die Reichspropaganda daher:  Zitat: “Der Russe ahnt manchmal, was gerade passiert und vielleicht auch warum, will aber unbedingt ans Gegenteil glauben.” Zitat Ende. Das hört sich genauso an wie: Der Deutsche möchte gerne gut sein, ist aber im Herzen immer Nazi geblieben.  Oder: Der Brite ahnt, das es gute Deutsche gibt, weiß auch Beispiele dafür, will aber partout nicht gelassen werden, daran zu glauben. Oder, um der ganzen Sache etwas persönliches zu geben: Ich weiß, dass die beim SPON sich wünschen, dass mir die Finger beim Schreiben dieser Zeilen abfaulen, denn seit einiger Zeit wehren sie sich ja nicht nur mit allen Mitteln, meine Kommentare in ihren Foren zu veröffentlichen, sondern erklären mir immer wieder, meine Zugangsberechtigung zu ihren Foren sei abgelaufen. Aber das bezieht sich ja eher auf die Zensur des Blattes “Der Spiegel”, als auf den Fall der Ukraine und der unlauteren Berichterstattung darüber, übrigens nicht nur des Spiegel. Und damit zurück zu einem, tja, wie sollen wir das denn mal nennen? einem Aufruf? einem Apell, wie der Autor es nennt? Oder doch eher ein Ausruf des Schreckens nach dem Motto, ohh, Scheiße gebaut, mal sehen, wie wir das wieder gerade biegen können, nach dem Shitstorm der da über uns hereingebrochen ist. Ich frage mich ja schon lange beim Durchlesen der Foren zu einschlägigen Artikeln im Spiegel, wie es ein Blatt solange schafft, an seiner Leserschaft vorbeizuschreiben. Man hat ja hin und wieder den Eindruck, dass da nach dem Motto geschrieben wird, “Was interessiert uns unsere Leserschaft, wir schreiben das doch nicht für die. Vielleicht für einige Werbetreibende, aber doch in erster Linie mal für uns. Wir haben doch nicht den Weg durch die Instanzen gemacht, um jetzt für irgendwelche Volltrottel vom Motorradverein der Harley fahrenden Rechtsanwälte oder Steuerberater zu schreiben. Wir sitzen doch nicht in irgendeinem bescheuerten Büro in Washington, Moskau, Kiew, London oder Hamburg, um zu analysieren, warum die Ukraine Krise sich zu dem auswächst, was sie zur Zeit ist. Wir sitzen in all diesen bescheuerten Büros, weil wir es geschafft haben bei einem renommierten Blatt wie dem Spiegel zu schreiben und dafür soll uns gefälligst die ebenso bescheuerte Leserschaft dankbar sein.” Übrigens der Neef, der ja nun mal in Moskau lebt und arbeitet unterschlägt ja in seinem ersten Artikel, dem der Shitstorm entsprungen ist, dass bei einer der vielgeschmähten russischen Medien, dem Sender RT, etliche Amerikaner arbeiten, darunter solch illustre Namen wie Larry King oder der vom Spiegel hoch besungene Wistle Blower Julian Assange , der interessanterweise nicht unter all den Whistle Blowern in Wikipedia auftaucht. Der Amerikaner und ehemalige Wall Street Broker Max Keiser oder Abby Martin sind ja noch einigermaßen sicher zumindest vor der Spiegel Redaktion, was dem Ancorman Peter Lavelle leider nicht vergönnt war, als man das unselige Interview per Video auf Spon veröffentlichte. Wobei der hysterische Ausbruch des CNN Journalisten, der Lavelle gerne als Hochverräter sieht, eher zu dessen eigenem Nachteil ausschlug. Wie gesagt, da berichtet der Neef über die Propaganda der russischen Sender, vergisst aber all die amerikanischen Ancorleute zu erwähnen, die vermutlich alle Landesverräter sind nach Lesart und Interpretation selbst solch (eigengenannter) liberaler Sender wie CNN . Ein Schelm der dabei böses denkt.

Aber wir sprachen gerade von Analyse, bzw. der Nichtanalyse und weil ich ja nicht nur meckern möchte über den Spiegel und seinesgleichen, analysieren wir mal: Schon allein, weil wir nicht nur einfach Vorurteile, wie wir sie aus den Sätzen des Spiegel Schreibers Neef entnehmen können nachplappern wollen oder weil es uns ganz einfach zu doof ist, diese Schablonen zu füllen. Dazu begeben wir uns in eine, ich sage mal, Vorukraine Zeit. In die Zeit, die von vielen Spiegel Schreibern gerne die Zeit des arabischen Frühlings genannt wird. Ein Begriff übrigens, der aus der medialen Klamottenkiste des kalten Krieges stammt, dem Prager Frühling, der natürlich mit der heutigen Zeit nichts aber auch gar nichts gemein hat. Die Folgen, die dieser arabische Frühling gezeitigt hat, werden ja gerne von den Journalisten, die an der gewalttätigen Durchsetzung dieses “Frühlings” eine ganz gehörige Portion Mitschuld tragen, verschwiegen, oder zumindest in einem ganz anderen Licht gezeichnet, nachdem es ans Sterben ging. Heute werden da Begriffe, wie humanitäre Katastrophe benutzt, nachdem  Freiheitskampf und Rebellenromantik untergegangen sind im Blut der unschuldig geopferten Kollateralschäden einer gutmeinenden westlichen Presse, die sich immer gerne auf die Seite irgendwelcher Rebellen stellt. Ganz vorneweg CNN, wobei der Sender wohl weniger gutmeinend ist als kommerziell. Ägypten, Syrien, Lybien und Irak sind da die Beispiele. Der Irak, dessen Niedergang von weniger Gutmeinenden ausgelöst war, dessen Todesstoß aber heute durch die Fehlpolitik des Besten aller Gutmenschen ausgeführt wird, desjenigen, der vorab den Friedensnobelpreis erhielt, schon allein wegen seiner Hautfarbe, der ewig gepriesene, der alleine dadurch, dass er der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten ist niemals etwas falsch machen kann, eben der Irak ist dabei ebenso zu implodieren, in einem wahnsinnigen Bürgerkrieg zu versinken, wie alle anderen Staaten des sogenannten arabischen Frühlings. In Syrien war dann Schluss. Erinnern wir uns, Russland warf mit seinem Veto gegen eine Unterstützung der dortigen Rebellen den Plan der westlichen, bzw der amerikanisch- englischen Welt über den Haufen, eine Terror Organisation mit hoch brisanten Waffen zu unterstützen. Das Ende der Geschichte war ein Zurückrudern der Amis und der Limies unter peinlichstem Versuch, das Gesicht zu wahren. Wohlgemerkt: Es wäre nicht schade um einen Tyrannen wie Assad und es war nicht schade um einen Tyrannen wie Gaddafi oder Sadam, aber es ist schade um all die Tausenden, die gerne in Frieden unter einem Tyrannen gelebt hätten, als unter den Freiheitsbestrebungen irgendwelcher religiös- ideologisch verqueren Fanatisten zu krepieren, Haus und Hof zu verlieren und in irgendwelchen westlichen Staaten, womöglich vergeblich, um Asyl zu betteln. Diese Fakten passen allerdings nicht in die Analyse der überaus gutmeinenden bzw der kommerziell ausgerichteten hollywoodisierten Medienanstalten, sie würden das Bild der humanitären Katastrophe, das heutzutage leider nur zu einfach  in bare Münze umgesetzt werden kann zerstören. Gehen wir weiter in der Analyse: Nach all dem Blut, der Flucht, dem Elend, dem Tod in Nordafrika, entspinnt sich an der Grenze Europas zu Russland die gleiche und immer wieder gleiche Geschichte. Und doch ist sie in diesem Fall nicht zu vergleichen mit den Vorgängen in Nordafrika, denn hier geht es nicht in erster Linie darum einen Tyrannen loszuwerden, hier geht es nicht um die Zugehörigkeit irgendeiner fundamental religiösen Ausrichtung, hier geht es um reine wirtschaftliche Aspekte und Interessen. Ein Teil der Bevölkerung der Ukraine sieht bessere wirtschaftliche Aspekte unter europäischer Hinwendung, der andere Teil orientiert sich nach Osten, nach Russland, nicht zuletzt durch kulturhistorische Bedingungen. Der gleiche diplomatische Fehler des Westens, oder sollen wir besser sagen, der beiden Main Player Amerika und England, widerholt sich, indem bedingungslos die Ansichten der rebellierenden Europabefürworter als die richtigen nicht nur angenommen werden, sondern ebenso bedingungslos unterstützt und befürwortet werden. Jedes halbwegs aufmerksame Schulkind hätte zum damaligen Zeitpunkt darauf hinweisen können, das Russland in dieser Situation keine andere Wahl haben würde, als die Krim, als strategisch und politisch wichtigsten Faktor in dieser Gemengelage zu annektieren, da der Kontrollverlust dieses Gebietes der Supergau an der westlichen Grenze Russland bedeutet hätte. Die Krim unter europäischer und damit amerikanischer Vorherrschaft wäre gleichbedeutend gewesen, wie für Amerika die Herrschaft Russlands über Alaska und Mexiko. Ein Blick auf die Weltkarte hätte  zumindest jedem Journalisten die Augen öffnen müssen, aber zu dem Zeitpunkt waren Leute wie Herr Neef offensichtlich zu sehr damit beschäftigt das Gute in der Maidan Bewegung zu suchen, das keine Zeit blieb, das Bedrohungspotential zu sehen, das sich jedem Strategen in Russland darbot, darbieten musste. Jetzt, nach dem Tod von annähernd 300 unschuldigen Ausländern, die in jener Unglücksmaschine saßen, (warum die unschuldiger sind als die Zivilisten in der Ostukraine hat uns noch kein westlicher Journalist erklärt) schreibt Herr Neef in seinem Artikel: vom Montag: Der Durchschnittsrusse glaubt inzwischen alles, was man ihm serviert. Er wundert sich nicht über die Schlagzeile der “Komsomolskaja prawda”: “Die Boeing wurde während eines Manövers versehentlich von der ukrainischen Armee vom Himmel geholt.” Warum, so fragte sich schon bei Erscheinen dieses Artikel so mancher Leser, sollen wir denn glauben, dass es die Separatisten waren, wenn doch noch keinerlei handfesten Beweise vorliegen über den Hergang sondern lediglich Vermutungen, Hinweise von Geheimdiensten? Aber es ging ja, wie man den Zeilen entnehmen kann, zuallererst mal darum zu polarisieren und um so erstaunlicher ist die daraus resultierende Reaktion des Autors, wenn er sich über die unsachliche Diskussion wundert, die im Forum zum Artikel entbrannt ist. Sachlichkeit, so möchte man dem Autoren zurufen, fängt mit einer sachlichen Berichterstattung, nach einer sachlichen Recherche an, die sich an Fakten hält und nicht an Vermutungen, an Gerüchten und gestreuten Eerkenntnissen irgendwelcher Geheimdienste. Zu Recht wird in den Foren zum Thema den Autoren immer wieder vorgeworfen, sich nicht an die Geheimdienstberichte zu erinnern, die zur Invasion in den Irak führten. Zu Recht wird ihnen ganz speziell in diesem Fall der Ukraine vorgeworfen sich nicht erinnern zu wollen an die Schützen und deren Auftraggeber, die auf dem Maidan Demonstranten erschossen. Zu Recht wird ihnen ebenfalls vorgeworfen die Berechtigung der Maidan Demonstranten höher zu stellen, als die Berechtigung der Separatisten und deren Bewegung. Es riecht schon sehr nach Propaganda, wenn ausnahmslos russische Geheimdienstler, Freischärler oder von Russland geführte Infiltranten als die Bewegung ausgemacht werden, die hinter den Separatisten stecken. Zumal immer wieder die gleiche Berichterstattung einfache Leute auf den Straßen im Osten der Ukraine zu Wort kommen lassen, die keinerlei Zweifel darüber aufkommen lassen, dass sie auf der Seite der Russland Befürworter stehen. Und es riecht noch mehr nach Propaganda, wenn der Einsatz großer Vernichtungswaffen gegen die eigene Bevölkerung, oder jetzt gar Luftwaffeschläge gegen die großen Städte und deren Bevölkerung als notwendige Maßnahmen zu Widerherstellung des Friedens in der Region dargestellt werden. Ein Vorgang, der noch vor einiger Zeit, als er in Syrien stattfand, die schärfsten Verurteilungen erfuhr.  Nicht von Ungefähr wird in den heutigen Tagen immer wieder an den Ausbruch des ersten Weltkrieges erinnert, dessen Beginn sich  ironischer Weise in diesem Jahr zum Hundertsten Male jährt. Keiner wollte ihn, aber alle redeten ihn herbei und taten alles dafür das er stattfand. Aber kommen wir zurück auf die Propaganda, die den russischen Medien so gerne unterstellt wird, die man aber im Westen ebenso gerne weit von sich weist. Bemühen wir dafür die Wikipedia, erhalten wir folgende Information:

“Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten oder Herrscher erwünschten Reaktion zu steuern.[1] Dies im Gegensatz zu Sichtweisen, welche durch Erfahrungen und Beobachtungen geformt werden. Der Begriff „Propaganda“ wird vor allem in politischen Zusammenhängen benutzt; in wirtschaftlichen spricht man eher von „Werbung“, in religiösen von „Missionierung“.

Entscheidend ist dabei die geschickte Auswahl und gegebenenfalls die Manipulation der Nachricht und nicht ihr Wahrheitscharakter. Durch die Monopolisierung der Propaganda in diktatorischen Regimen, insbesondere des Nationalsozialismus und Stalinismus, erhielt der Terminus einen stark pejorativen Charakter. Als Folge verwendet z. B. keine der demokratischen Parteien der Bundesrepublik Deutschland für ihre Werbemaßnahmen heute noch die Bezeichnung Propaganda.[2] Dennoch ist die gezielt einseitige Darstellung von Informationen eine gängige Praxis politischer Parteien. Auf Grund seiner negativen Konnotation ist der Begriff Propaganda weitgehend dem der Öffentlichkeitsarbeit (oder dem englischen Public Relations) gewichen”.

“Die gezielt einseitige Darstellung von Information oder die geschickte Auswahl und gegebenenfalls die Manipulation von Nachrichten”, besser kann es wohl nicht auf den Punkt gebracht werden und unsere täglichen Nachrichten unter dem Aspekt zu lesen, zu sehen und zu verarbeiten würde nicht nur uns Lesern und Konsumenten gut bekommen. Im heutigen SPON schreibt Neef wieder und berichtet aus Donezk. Besser kann auch er es nicht auf den Punkt bringen indem er schreibt: “Da sehen Sie, was diese Bande mit uns macht”, erregen sich zwei ältere Frauen, für die sofort feststeht, dass Kiew für den Beschuss verantwortlich war. Aber wer derzeit auf Donezk feuert, ist in Wahrheit schwer auszumachen. Die Rebellen sagen, es seien die Ukrainer, und die schieben die Schuld stets ihren Gegnern zu. Glauben kann man beiden Seiten nicht.” Wer, so fragt sich der Leser, soll denn sonst auf Donezk feuern. Die Separatisten schießen einfach nur so auf die eigenen Häuser soll uns das suggerieren, obwohl in einem der folgenden Abschnitte die Erklärung folgt, das tatsächlich Militärflugzeuge der Regierungstruppen unterwegs waren. Das ist, wenn wir der Interpretation Wikipedias zum Begriff Propaganda folgen eben genau das: Manipulation, geschickte Auswahl und einseitige Darstellung einer Nachricht.