Haka

Ka mate! Ka mate! Ka ora! Ka ora!
Ka mate! Ka mate! Ka ora! Ka ora!
Tenei te tangata puhuru huru
Nana nei i tiki mai, Whakawhiti te ra
A upane! ka upane!
A upane! ka upane!
Whiti te ra! Hi!!
Ich sterbe! Ich sterbe! Ich lebe! Ich lebe!
Da der haarige Mann
der die Sonne wieder scheinen ließ
Die Sonne scheint!

Der Haka, von vielen fälschlicherweise als Kriegstanz per sè angesehen, ist eigentlich ein Tanz für viele verschiedene Anlässe. Er dient unter anderem als Begrüßung hoher, geschätzter Gäste, als Ausdruck der Freude, der Dankbarkeit und eben auch als Kriegstanz. Jeder Anlass hat eine eigene Choreografie und viele kennen ihn als die Eingangszeremonie zu einem Rugby Spiel der All Blacks, der Nationalmannschaft Neuseelands. Die kulturelle Bedeutung des Haka sowie die Identifizierung mit der Maori Kultur ist längst fester Bestandteil aller Neuseeländer, ob mit oder ohne Maori Wurzeln und in allen Schulen, Landauf Landab gehört der Haka zum allgemeinen Unterricht. (Siehe Bilder Galerie) Die Figuren der einzelnen Tänze sind grundsätzlich mündlich überliefert und werden mit martialischen Gesichtsausdrücken vorgetragen wozu das Rollen der Augen, das Aufreißen des Mundes und das Herausstrecken der Zunge gehört. Ebenso wie das Schlagen gegen die Brust, auf Schenkel und Arme wird bei der Aufführung eines Haka auf die Stimme geachtet, die laut, unmissverständlich, Stolz, Mut, Männlichkeit und Tapferkeit ausdrücken soll.
Der Ka Ma Te, den man bei allen All Black Spielen zum Auftakt sehen kann, wird zurück geführt auf einen großen Maori Krieger und Häuptling mit dem Namen Te Raupara, dessen Geschichte recht gut belegt ist. Geboren um 1768, dem Jahr bevor James Cook Neuseeland erreichte, war er der Sohn des Ngati Toarangatira Häuptlings Werwera. Der Stamm gehörte dem Tainui Stamm an und besiedelte ein großes Gebiet der Kawhia Gegend in der Nachbarschaft des Waikato Stammes. In dieser Zeit waren die Riesenmoas, flugunfähige, straußenähnliche Vögel, von über zwei Meter Größe, bereits seit langer Zeit ausgerottet und in vielen Gebieten Neuseelands die Nahrung für die Maori nicht einfach zu erjagen. Es wird vermutet, dass es dadurch zu den überdurchschnittlich häufigen Kriegen zwischen den einzelnen Stämmen, sowie zum Verzehr von Menschenfleisch kam. So auch zwischen Te Rauparas Ngati Toarangatira Stamm und dem der Waikato. Nach einem Angriff Te Rauparas mit seine Kriegern auf den Waikato Stamm wurde er in der Schlacht geschlagen und flüchtete in die Gegend um den Lake Taupo, wo ihn seine Feinde allerdings bereits erwarteten. Bei seiner weiteren Flucht, bat er den Häuptling der Gegend Motuopuhi, Te Whareangi, um Schutz und Aufnahme. Der Stammesführer erlaubte ihm, sich im Kumara Pit zu verstecken, eine terassenförmig angelegte Vertiefung in der die Erdfrucht gelagert wurde. (Die Kumara ist eine Süßkartoffel) Beim Herannahen der Feinde, so erzählt es die Legende murmelte Te Raupara die Worte “Ich sterbe! Ich sterbe!” Der Häuptling Te Whareangi hatte jedoch eine seiner Frauen, Te Rangikoaea, auf dem Pit postiert und es wäre eine Beleidigung des ganzen Stammes gewesen, hätten die Verfolger auf der Durchsuchung der Kumara Miete bestanden. So zogen sie ab und als Te Raupara dem Pit entstieg äußerte er die Worte “Ich lebe, ich lebe!” Und fügte hinzu “Da, der haarige Mann, der die Sonne wieder scheinen ließ.” Es ist überliefert, dass Te Whareangi ein sehr behaarter Mann gewesen ist. Die Worte “A upane! ka upane!” können als Stufen übersetzt werden und repräsentieren in Te Rauparas Loblied vermutlich die Stufen zur Freiheit und zur Rettung.
Er, so ist es überliefert, führte den Tanz als Danksagung unmittelbar nach seiner Rettung vor Te Whareangi und dessen Frau Te Rangikoaea auf.
Bis zu seinem Tod 1849 erlangte der Te Raupara großen Ruhm und eroberte das Gebiet von Wanganui bis Wellington und dazu große Teile des Nordens der Südinsel. Er ist nie von den damaligen zahlreichen Missionaren bekehrt worden, doch schloss er in späteren Jahren eine enge Freundschaft mit dem jungen anglikanischen Missionar Octavius Hadfield und es ist überliefert, dass er bei dem Bau der Rangiatea Kirche in Otaki geholfen hat, indem er die Totara Bäume seiner Wälder beisteuerte. Der Name der Kirche, Rangiatea lautet in der Übersetzung: Der Aufenthaltsort des Absoluten.