Trojaner bei Amazon

Da gibt es eine dreiste Methode irgendwelcher Internet Krimineller, an die Daten unbedarfter Amazon Kunden heranzukommen, die neben der Dreistigkeit noch nicht einmal besonders versteckt abläuft. Mir flatterte vor einigen Tagen, nachdem ich einen Artikel bei dem Online Versandhandel bestellt hatte, und ich eine Bestätigung darüber erhalten hatte, dass die Bestellung abgeschickt worden sei, eine andere e-mail ins elektronische Postfach, die mich davon unterrichtete, dass der Artikel nicht zugesandt werden könne, wegen Problemen mit der Postleitzahl. Google hatte zum Glück das Attachement der mail bereits vorher mit der Bemerkung entfernt, ein verdächtiger Inhalt verstecke sich darin. Mein anderer Mailserver, der die Nachricht ebenfalls erhielt, hatte die Nachricht ungeprüft an meine e-mail Adresse geleitet und ich ließ den Anhang von meinem Viren- und Schadsoftware Programm scannen. Da war er gefunden und enttarnt. Ein Trojaner, ausgesandt, meine weiteren Aktivitäten mit Amazon und anderen Online Diensten auszuspähen, und dadurch an Bankdaten, Adressdaten usw. zu kommen. Die Kontaktaufnahme mit Amazon gestaltete sich, wie das immer ist bei diesen Diensten, recht schwierig und ich muss sagen, das mich beim Durchsuchen der Kontaktmöglichkeiten eine Mischung aus Entsetzen und Belustigung befiel, als ich auf den kleinen Eintrag stieß, der mir erklärte, bei verdächtigen e-mails, nicht zu versuchen, Amazon zu kontaktieren. Als notorischer Nichtbefolger solcher Hinweise geriet ich schließlich an eine sehr freundliche Dame, die wohl die einstudierte Betroffenheit zeigte und auch artig zuhörte, meinen Anruf und meine Warnung bezüglich der Vorgänge aber vermutlich unter der Kategorie “Nicht relevanter Anruf” abhakte. Man sollte denken, der Konzern würde sich die verdächtige Mail zusenden lassen, die ganze Geschichte weitergeben an die entsprechende Abteilung zur Ermittlung solcher krimineller Aktivitäten, aber nein, keine weiteren Fragen, keine Weiterleitung an die Polizei usw. Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass diejenigen, die sich dieses Gangsterstück ausgedacht haben, Kontakte zu den Nahtstellen zwischen Amazon Versandt und Zulieferer bzw Kurier haben und eben hier ansetzen, denn die e-mail enthielt ja Kenntnisse über den Artikel, über die Zusendungsadresse und sogar den Zeitpunkt der Zusendung. Nun mag dieser Vorfall auf Großbritannien beschränkt sein und in Deutschland keine Relevanz haben, aber ich denke, es ist wichtig noch einmal auf größte Vorsicht hinzuweisen, beim Umgang selbst mit den sogenannten Giganten beim Internetversandt.