Zum Urheberrecht 2

Ich will mal hier meinen Beitrag zum Symposium Urheberrecht 2012 auf Facebook öffentlich machen, auch in der Hoffnung mehr Teilnehmer zu gewinnen.
In dem eingestellten Artikel “Mehr Rechte gegen die Kunst” wird trefflich festgestellt, dass die Verschärfung des Urheberrechts das falsche Mittel ist, die prekäre Lage der Kunstschaffenden zu verbessern. Dem kann ich nur zustimmen. Sobald ich unter eines meiner Werke das kleine © mit der Jahreszahl setze, ist es geschützt. Und wie gut die Schutzmechanismen gerade heute wirken, soll eine kleine Geschichte verdeutlichen:
Am 23.12. 2001 wurde mein Artikel “Die Anmut des Regens” im Spiegel veröffentlicht.
Am 11.01.2011 habe ich diesen Artikel im Forum “Stadtmenschen” im Kölner Stadtanzeiger als Beitrag gepostet.
Und siehe da, am 12.01.2011 schrieb mir einer einen Kommentar mit dem Wortlaut:
Copy & Paste. (G.K. Preston, “Fjordland – Die Anmut des Regens”). Link: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,173367,00.html
Verehrter @Tauntongerd, soviel Urheber/Copyright-Fairness sollte doch sein, oder?
Der hatte unter meiner Vita im Forum nicht gelesen, dass ich unter dem Namen GK Preston schreibe und ich muss sagen, ich habe diese Art Aufpassertum nicht ungerne gesehen. Zeigt mir das doch, wie gut der Schutz unserer Rechte, auch ganz ohne irgendwelche Gesetze funktioniert und dass das reine Fairness Verständnis schon beitragen kann zum Urheberschutz.
Mir scheint es hier bei unserer Diskussion bis jetzt eher um die finanzielle Situation junger Künstler überhaupt zu gehen bzw. darum, diese mittels der neuen Medien im Internet zu verbessern, wozu im Artikel “Mehr Rechte gegen die Kunst” richtigerweise festgestellt wird, dass das Urheberrecht dafür nicht der richtige Ansatz ist.
In der derzeitigen Diskussion geht es ja eher darum, dass der Künstler, der Interpret, der Schreiber der Maler und Bildhauer etc. sein Werk, das er oder sie veröffentlicht hat, angemessen bezahlt sieht. Bei den neuen Möglichkeiten, die das Internet nun einmal bietet, ist es ja völlig normal, dass der User dieses Werk zum Tausch mit Gleichgesinnten anbietet. Als trefflichste Beispiele sehen wir die unzähligen Tauschbörsen für hauptsächlich Musik und Filme, die, jedes Mal, wenn eine geschlossen wurde, mit mehreren Neuen gleich wieder online sind. Aber dabei geht es ja eher um die Angst der Musiker oder Filmschaffenden, nicht dass ihre Werke als das geistige Eigentum eines anderen, eines Plagiators, bezeichnet werden, sondern viel eher darum, dass an jenem Tauschvorgang der Künstler nichts verdient. Ein völlig anderer Tatbestand also, der wenig oder gar nichts mit dem Urheberrecht zu tun hat, eigentlich…, sieht man mal davon ab, dass ein Musiker bspw. selbst die Vervielfältigung seiner erstellten Konserve als sein Eigentum ansieht, was vermutlich allein rechtlich problematisch sein dürfte. Denn darüber müssen wir uns klar sein, mit der Abmahnung der Tauschenden Musikliebhaber (sofern sie nicht kommerziellen Gewinn erzielen) findet eigentlich eine Rechtsbeugung statt.
Wenn wir nun aufgrund dieser Diskussion einen neuen Gesellschaftsvertrag fordern, der das geistige Eigentum des Kreativen schützen soll, fordern wir dann nicht eher ein Gebilde, dass die soziale Absicherung des Künstlers gewährleistet, als ein bereits bestehendes und funktionierendes Recht zu überarbeiten, mit der Gefahr, dieses Recht eher zu beschädigen?
Vielleicht ein Zitat das es auf den Punkt bringt:
“Wenn in dem langen Lauf der Geschichte irgendetwas klar ist, so ist es dies, dass, wo nur eine Regierung die Beschützung der geistigen Arbeiten unternimmt, sie diese fast immer am ungerechten Ort beschützen und die ungerechten Leute belohnen wird.”
Buckle, Geschichte der Zivilisation